Projekt: "Digitalisierung der Heidelberger Papyrus-Sammlung"


Beschreibung und Zielsetzung des Projekts

Im Rahmen ihres Programms "Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen" förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 1. April 1999 bis zum 30. November 2002 ein Projekt zur Digitalisierung der Heidelberger Papyrussamlung. Dieses Projekt war mit einer Wissenschaftler- und einer Technikerstelle (3/4 Stelle) ausgestattet. Ziel des Projektes war die digitale Erfassung des Gesamtbestandes der Heidelberger Papyrussammlung, also nicht nur der griechischen Papyri, die mit etwa 5000 Stück den Hauptbestandteil der Sammlung ausmachen, sondern auch der ca 3200 arabischen, 1370 koptischen und 815 demotischen Papyri, sowie darüberhinaus kleinerer Partien hieratischer, mittelpersischer, hebräischer, lateinischer, aramäischer und syrischer Papyri und schließlich der 760 griechischen Ostraka.

Aus diesem oben skizzierten Gesamtbestand wurden bevorzugt die bereits in Edition vorliegenden Stücke im Internet bereitgestellt. Der weitaus überwiegende Anteil des unpublizierten Materials wird in Form digitalisierter Images für eine spätere Eingabe in das Datennetz, sowohl im Universitätsrechenzentrum Heidelberg auf einem eigens dafür eingerichteten Speichermedium, als auch auf CD-ROMs bereitgehalten und auf Anfrage an interessierte Fachkollegen weitergegeben. Die Papyri wurden im verglasten Zustand mit einer Auflösung von 600 dpi eingescannt, und falls notwendig erfolgte eine Nachbearbeitung der Scans mit Hilfe des Programms "Photoshop". Die Bereitstellung im WWW (im JPEG-Format) erfolgt dagegen in einer niedrigeren Auflösung, um auch für die Verwender älterer bzw. einfacherer Hard- und Software einen unproblematischen Zugriff auf das Material zu gewährleisten.

Die den digitalisierten Images beigegebenen Rahmendaten enthalten neben technischen Angaben vor allem eine Klassifikation und Kurzbeschreibung der unpublizierten Stücke (Art des Dokuments, Datierung, Herkunft), damit der potentielle Benutzer anhand solcher Beschreibungen erkennen kann, wieweit das Stück für ihn von Interesse ist. Für die bereits edierten Stücke sind diese Rahmendaten natürlich sehr viel ausführlicher gestaltet. Zum Zweck der Erfassung dieser Rahmendaten wurde eine Datenbank erstellt, in der für die einzelnen Stücke der Sammlung Datensätze angelegt wurden, deren Felder jedes Dokument nach technischen und inhaltlichen Kriterien klassifiziert. Diese Datenbank war dann die Basis für einen online-Katalog der Heidelberger Papyrussamlung, der im Internet bereitgestellt wird und es dem Benutzer erlaubt, ihn gezielt nach bestimmten Informationen zu durchsuchen. Jeder Katalogdatensatz enthält darüber hinaus ein kleines digitalisiertes Bild (Thumbnail) des jeweiligen Stücks, das dem Benutzer des Katalogs zumindest einen Eindruck von seiner physischen Beschaffenheit und seinem Erhaltungszustand vermitteln kann.

Das Projekt, konnte im Rahmen der Laufzeit seiner Förderung durch die DFG zu etwa 80 Prozent abgeschlossen werden. Bisher (September 2003) sind im WWW die bereits erwähnten online-Kataloge sowie digitalisierte Bilder der bereits publizierten griechischen, demotischen und koptischen Papyri der Heidelberger Papyrussammlung zugänglich. Demnächst werden die digitalisierten Bilder resp. die Kataloge mit den kleinen Sammlungsbeständen der hieratischen, persischen, aramäischen, syrischen und lateinischen Papyri folgen, die bereits digitalisiert sind. Die Digitalisierung des zweitgrößten Teilbestandes der arabischen Papyri dauert hingegen noch an und wird im Laufe des Jahres 2004 abgeschlossen werden.

An der Durchführung des Projekts waren beteiligt: Dr. Thomas Kruse (wissenschaftliche Betreuung und Koordinierung), Michael Bruennich und Michael Bour (technische Realisierung).

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